Die Sitten und Bräuche der Schweiz sowie die Kultur des Alpenlandes sind stark von eigenen Mythen und Legenden, aber auch von den Sitten und Bräuchen der angrenzenden Nachbarländer geprägt. Das macht es auch sehr schwierig von einer eigenständigen Schweizer Kultur zu sprechen, zumal das Land über vier Amtssprachen verfügt. An sich ist die Schweiz genauso vielfältig in ihren Sitten und Bräuchen, wie in ihrer Landschaft.
Ringkuhkämpfe im Wallis: ein Volksfest mit streitsüchtigem Viehzeug
Das ist im entfernten Sinne eine Schweizer Variante der spanischen Corrida. Vor allem ist es ein Kampf der Tiere untereinander. Der Mensch bestimmt lediglich die Regeln, teilt die Kühe nach Alter und Gewicht in Kategorien ein und betätigt sich während des Kampfes als Schiedsrichter.
Die Eringer werden gehalten wie jede andere Kuh, vor den Wettkämpfen allerdings weniger gemolken.
Es gibt ein Kampfgericht, das den Kampf beobachtet und die Zusammenstöße, die Niederlagen und Siege zählt.
Traditioneller Alpabzug
Im Herbst kehren die Tiere ins Tal zurück. Tage zuvor beginnen die Vorbereitungen für den geplanten Alpabzug.
In der Morgendämmerung, so gegen 6.00 Uhr kann`s losgehen. Die Rinderherde setzt sich in Bewegung.
Die Freude der Zuschauer über die schöne Tradition wird mit Beifall ausgedrückt.
Vogel-Gryff
Der Vogel-Gryff-Brauch wird in Kleinbasel gefeiert.
Die Feierlichkeiten finden in einem Dreijahreszyklus jeweils am 13., 20. oder 27. Januar statt.
Obwohl der Brauch "Vogel Gryff" genannt wird, beginnt er jeweils mit dem Auftritt des Wilden Mannes, der auf einem Floss, das aus zwei zusammen gebundenen Booten besteht, den Rhein hinuntergeschwommen kommt.
Schlittéda
Die traditionellen Schlittenfahrten der ledigen Jugend gehören zu den Winterfreuden.
Fasnachtstraditionen
Die Fasnachtsbräuche setzen sich aus verschiedenen heidnischen Frühlingsbräuchen, christlichen Kulthandlungen und weltlichen Volkssitten zusammen. In einigen Kantonen basiert die Fasnacht vorwiegend auf dem heidnischen Brauch, mit gewaltigem Lärm der von winterlichen Dämonen bedrängten Sonne zu Hilfe zu eilen oder mit Masken böse Geister zu vertreiben.
Die Basler Fasnacht
Die Basler Fasnacht gilt als größter und aufwändigster Schweizer Volksbrauch.
Die Tschäggättä
Die Tschäggättä beginnt jeweils am 3. Februar und dauert bis Aschermittwoch. Es ist eine ungeschriebene Regel, dass nur die ledigen Männer den Brauch ausüben dürfen.
Die Tradition stammt aus der Zeit, während der das Wallis im Winter von der Außenwelt abgeschnitten war. In dem bäuerlichen Umfeld, das weitgehend von der Kirche dominiert wurde, galten die Masken als Ausdruck von Anarchie, Rebellion und Chaos.
Sechseläuten
In Zürich beginnt der Frühling offiziell mit dem Sechseläuten.
Im Mittelpunkt des Festes steht die Figur Böögg, ein künstlicher Schneemann, der den Winter symbolisiert.
Zum Auftakt des Sechseläutens findet am Sonntag der Kinderumzug statt. Rund 2000 Kinder marschieren in historischen Kostümen oder Schweizer Trachten durch die Strassen Zürichs.
Am Montag findet jeweils der Zug der Zünfte statt. Die Angehörigen der verschiedenen Zünfte symbolisieren 'ihren' Berufsstand.
Chästeilet
Am Ende der Saison wird der während des Alpsommers produzierte Käse zwischen den Bauern aufgeteilt.
Die Veranstaltung findet immer am Freitag.
Winzerfest
In den Weinbaugebieten wird im Herbst die Weinlese gefeiert.
Escalade in Genf
Mit der Escalade feiern die Genferinnen und Genfer jedes Jahr an dem Wochenende, das der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember am nächsten ist,
den Sieg ihrer Stadt
über die römisch-
katholischen Soldaten
des Herzogs von
Savoyen im Jahr 1602.
Die Hirsebreifahrt
Zur Erinnerung an den Versuch der Zürcher, im Jahr 1576 Strassburg von einer gegenseitigen Allianz zu überzeugen, findet seit 1976 alle zehn Jahr die so genannte Hirsebreifahrt von Zürich nach Strassburg statt.
Das Unspunnenfest
Die Höhepunkte sind: das Schwingen und das Stossen des berühmten, 83.5 kg schweren Unspunnensteins.
Nationalfeiertag
Den Nationalfeiertag feiern Schweizer am 1. August.
Ein wichtiger Ort ist am 1. August die Rütliwiese über dem Vierwaldstättersee, wo sich 1291 Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden versammelt und geschworen hatten, sich mit vereinten Kräften gegen Bedrohungen durch allfällige Eindringlinge zu wehren (Rütlischwur). Dieser Rütlischwur gilt als Gründungsakt der schweizerischen Eidgenossenschaft.